Olympos

pict2173 Olympos ist wohl eines der schönsten und interessantesten Dörfer nicht nur auf Karpathos sondern von ganz Griechenland.
Entstanden ist Olympos etwa im 8. Jahrhundert, als die Strandsiedlungen von Piratenüberfällen heimgesucht wurden und die Bewohner in die Berge flüchteten.

olympos

pict2200 Das Dorf liegt an der meerabgewandten Seite und erstreckt sich nördlich des Kymaras Berges.Die Häuser des Dorfes scheinen förmlich am Berg zu kleben. Einzig der Glockenturm der Dorfkirche ragt über die Häuser hinaus. Diese Kirche, die zur Zeit des Ikonenstreits erbaut wurde und Maria Himmelfahrt geweiht ist, hat im Inneren eine vergoldete Altar-Trennwand, die aus Holz geschnitzt wurde.

Zur Meerseite hin findet man Dutzende verfallene Windmühlen, die zeigen, wie viele Bewohner einst in Olympos wohnten. Heute sind nur noch zwei oder drei Mühlen in Betrieb.

pict2204 In Olympos sollen bis zu 3.000 Einwohner gelebt haben. Heute leben dort nur noch ca. 300. Die meisten Einwohner sind nach dem 2. Weltkrieg nach Amerika, Australien, Athen oder anderswo hin ausgewandert, da die Arbeit hier sehr beschwerlich ist. Da die meisten Einwohner des Dorfes Bauern waren und das Land hier nicht gerade für Landwirtschaft geeignet ist, mussten sich die Bewohner im Zuges des Fortschrittes andere Möglichkeiten suchen, um ihre Familien zu ernähren. So gingen oft erst nur die Männer aus Olympos zum Arbeiten auf andere Inseln oder in andere Länder, später gingen ganze Familien. Heute jedoch kommen die Alten oft wieder nach Olympos zurück.


Selbstverständlich gilt auch in Olympos, wie in vielen anderen Bergdörfern auch, dass man das Auto am Ortseingang stehen lassen muß. Selbst heute ist Olympos nur schwerlich mit dem Auto zu erreichen, da dorthin nur eine Schotterpiste führt. Im Ort oder auf den Feldern ist das beste Transportmittel immer noch der Esel.

Da Olympos so abgeschieden war, entwickelte sich dort das Leben und die Sprache anders als auf dem Rest der Insel. Die Olymbiten sprechen einen eigenwilligen Dialekt und die Frauen von Olympos tragen auch heute noch zu Festen die traditionelle Tracht von Olympos. Doch auch im Alltag wird die Tracht noch immer von einigen Frauen getragen. Die Schuhe, die zu diesen Trachten getragen werden, werden auch heute noch von Schustern aus Olympos gefertigt. Zur Tracht gehören ebenfalls die Goldmünzen die als Ketten um den Hals getragen werden und früher das zu erbende Vermögen darstellten. Fehlen darf bei dieser Tracht auf keinen Fall das kunstvoll gebundene Kopftuch, welches mit feinen Stickereien versehen ist.

pict2235 Im Ort befinden sich noch immer mehrere Backöfen, wo die Frauen des Dorfes das Brot für die Woche selber backen. Doch nicht nur Brot sondern auch Koulourakia (harte Sesamkringel) und Pittes (gefüllte Pasteten) werden doch noch selbst gebacken.